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Was kostet eine Hochzeit?

Die realistischen Zahlen hinter dem großen Tag: welche Posten das Budget bestimmen, wie sich der Durchschnitt von rund 17.000 Euro verteilt und wo sich sparen lässt, ohne dass es jemand merkt.

Die ehrlichste Antwort auf die Frage, was eine Hochzeit kostet, lautet: so viel, wie ihr ausgebt. Das hilft euch am Anfang nicht weiter, deshalb hier die Zahl, an der sich fast alle orientieren. Eine Hochzeit in Deutschland kostet im Schnitt rund 17.000 Euro. Wichtiger als der Durchschnitt ist die Streuung dahinter: Es gibt sehr schöne Feiern für unter 10.000 Euro und es gibt Hochzeiten weit über 25.000 Euro, ohne dass die eine automatisch besser wäre als die andere. Was den Unterschied macht, sind im Wesentlichen zwei Dinge, die Gästezahl und die Ansprüche an Essen und Location.

Wohin das Geld wirklich fließt

Location und Catering zusammen verschlingen etwa die Hälfte des Budgets, die Location allein liegt meistens bei rund 40 Prozent. Das ist der Grund, warum jede Budgetplanung dort anfangen muss und nicht bei der Papeterie. Die übrigen Posten verteilen sich ungefähr so:

  • Location und Catering: der mit Abstand größte Block, Getränke oft separat kalkuliert
  • Foto und Video: der zweitgrößte Einzelposten bei den meisten Paaren
  • Musik: DJ deutlich günstiger als Band, beides mit großer Spanne nach oben
  • Outfits: Kleid, Anzug, Schuhe, Schmuck, Haare und Make-up, gern unterschätzt
  • Blumen und Dekoration: stark abhängig von Saison und Aufbauaufwand
  • Papeterie: Save the Date, Einladungen, Menü- und Tischkarten, Porto
  • Ringe: ein eigener Posten, der oft aus einem anderen Topf gedacht wird
  • Zeremonie: Standesamtgebühren, freie Rednerin oder kirchliche Trauung

Wenn ihr eine Hochzeitsplanung beauftragt, kommt dieser Posten dazu. Übliche Größenordnungen sind 3.500 bis 5.500 Euro für eine Vollplanung, etwa 2.800 bis 4.000 Euro für eine Teilplanung und ab etwa 1.200 bis 1.500 Euro für eine Tagesbegleitung. Manche Anbieter rechnen stattdessen mit 10 bis 15 Prozent des Hochzeitsbudgets.

Die Posten, die fast jeder unterschätzt

Die großen Zahlen kennt ihr nach zwei Abenden Recherche. Was das Budget am Ende sprengt, ist selten die Location, sondern die Summe der kleinen Dinge, die in keiner Beispielrechnung im Internet stehen.

  • Trinkgelder für Service, Musik, Fotografin und Fahrer, plant hier lieber großzügig
  • Probeessen beim Caterer, oft kostenpflichtig, manchmal für vier Personen statt für zwei
  • Anproben und Änderungsschneiderei, beim Kleid regelmäßig ein dreistelliger Betrag
  • Übernachtungen für euch und teils für Dienstleister mit langer Anfahrt
  • Getränke am Vorabend und beim Aufbau, Sektempfang, Mitternachtssnack
  • Der Kleinkram der letzten Woche: Kerzen, Ersatzbatterien, Regenschirme, Gastgeschenke, Verpackung
  • Anfahrt und Parken für Gäste, wenn ihr Shuttles organisiert

Plant 10 Prozent Puffer ein. Er wird gebraucht, das ist keine Frage. Wofür genau, weiß vorher niemand, und deshalb ist es kein Ersatz, einfach überall etwas großzügiger zu rechnen.

Wo Sparen unauffällig funktioniert

Die Gästezahl ist der größte Hebel

Jeder Gast kostet Essen, Getränke, einen Stuhl, ein Gedeck, eine Menükarte und ein Stück Torte. Zwanzig Gäste weniger sparen euch je nach Location schnell einen vierstelligen Betrag, und zwar quer durch alle Posten gleichzeitig. Kein anderer Schritt wirkt so stark, und keiner ist unangenehmer. Trotzdem gilt: Es ist ehrlicher, mit sechzig Menschen richtig zu feiern, als mit hundertzwanzig überall zu sparen.

Wochentag und Saison

Ein Freitag im März kostet in vielen Häusern deutlich weniger als ein Samstag im Juni, teilweise sinkt die Mietpauschale um ein Drittel. Auch die Verfügbarkeit eurer Wunschdienstleister ist außerhalb der Hauptsaison besser. Der Preis dafür: Ein Teil eurer Gäste muss sich freinehmen, und bei einer Feier unter der Woche gehen die ersten früher.

Der Prioritäten-Dreiklang

Setzt euch zu zweit hin und einigt euch auf zwei Dinge, bei denen ihr das beste wollt, das ihr euch leisten könnt. Für viele Paare sind das Essen und Fotos, für andere Musik und Location. Beim gesamten Rest dürft ihr dann bewusst mittelmäßig sein, und das ist keine Niederlage. Niemand erinnert sich an die Papierstärke eurer Menükarten. An kaltes Essen und an eine leere Tanzfläche erinnern sich alle.

Was ihr selbst machen könnt, ohne es zu bereuen

Gastgeschenke, Tischkarten, Playlists für den Nachmittag, Getränke im Selbstbezug, falls eure Location das erlaubt. Finger weg von allem, was am Hochzeitsmorgen fertig werden muss. Selbstgebundene Brautsträuße und selbst gebackene Torten kosten euch die letzte Nacht Schlaf und meistens mehr Nerven, als sie Geld sparen.

Wo Sparen sich rächt

Bei zwei Posten geht die Rechnung fast nie auf. Der erste ist die Fotografie. Fotos sind das Einzige, was nach dem Tag übrig bleibt, und ein schlechter Satz Bilder lässt sich nicht nachbessern. Der zweite ist Ton- und Lichttechnik. Wenn die Rede nicht zu hören ist oder das Mikrofon rückkoppelt, merkt das jeder Gast, auch wenn niemand es Technik nennt.

Ebenfalls schlecht gespart ist an der Zeit. Ein zu enger Zeitplan produziert Stress, verspätetes Essen und Fotos im falschen Licht. Und wer bei der Location die Aufbauzeit auf ein Minimum drückt, zahlt das am Ende in Hektik statt in Euro.

So baut ihr euer Budget auf

Fangt nicht bei den Posten an, sondern bei der Gesamtsumme, die ihr wirklich ausgeben wollt und könnt, inklusive dessen, was Familien beitragen. Zieht davon die 10 Prozent Puffer ab. Verteilt den Rest zuerst auf Location und Catering, dann auf eure zwei Prioritäten, und erst danach auf alles Übrige. Haltet die Zahlen an einer Stelle fest, an die ihr beide herankommt, und tragt jede Anzahlung sofort ein. Ein Budget scheitert selten an einer falschen Schätzung, sondern daran, dass zwei Menschen zwei verschiedene Versionen im Kopf haben.

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